Die Journalistin und Schriftstellerin Asta Scheib, 1939 in Bergneustadt geboren, arbeitete zunächst als Redakteurin von Frauenzeitschriften und Drehbuchautorin. Ihre Erzählung "Angst vor der Angst" wurde 1974 von Rainer Werner Fassbinder verfilmt. Ein großer Erfolg wurde auch der Roman "Kinder des Ungehorsams", der die Geschichte der Katharina von Bora, Martin Luthers Ehefrau, erzählt. In Ihrer Romanbiographie "Eine Zierde in ihrem Haus" schildert sie die Geschichte der Ottilie von Faber-Castell, der Alleinerbin der Bleistiftfabrik A.W. Faber. In einem kleinen Ausschnitt aus diesem Buch wird das vergnügliche Bad in einer Schaukelbadewanne, die damals sehr in Mode war und auch heute wieder erhältlich ist, anschaulich geschildert.
"Die letzten Oktobertage waren schon kühl, und Ottilie war froh, nachher im behaglichen Hotel ein Bad nehmen zu können. Sie freute sich auf die Wellenbadschaukel, die man ihr ins Bad gestellt hatte. Eine absolute Novität, die das Haus für seine Gäste bereithielt. Das Zimmermädchen hatte Ottilie erklärt, es habe schon Scherereien mit der Wellenschaukel gegeben, da einige ältere Herrschaften nicht mehr herausgefunden hätten. Daher sei man dazu übergegangen, sie nur jungen Gästen anzubieten. Ottilie war entzückt. Die Wanne glich einer Wiege, war mit duftendem Lavendelwasser gefüllt, und man konnte sich bequem darin schaukeln, wobei das Wasser eien warm umfloß. Ottilie schwor sich, ihren beiden Schwestern eine dieser Badeschaukeln zum Weihnachtsfest zu schenken. Sie las auf einem Messingschild, daß der Vertrieb der Firma Moosdorf & Hochhäusler in Berlin die Schaukeln vertrieb, zum Preis von 42 Mark. Sogar einen Dampferzeuger für 10 Mark konnte man dazu bestellen. Wenn sie sich das vorstellte: Im Steiner Badezimmer alles voller Dampf, und sie würde darin schaukeln! Denn daß ihr Geschenk für die Schwestern nicht ganz uneigennützig war, verstand sich von selbst." | |