Am Samstag, den 9. November 1799, verhalfen ein Bad und eine Rasur Napoleon Erster Konsul von Frankreich zu werden. Bonaparte befand sich zu dieser Zeit auf einem ersten Höhepunkt seiner Macht.
Der Italienfeldzug einige Jahre vorher hatte ihm höchstes Ansehen bei der Bevölkerung gebracht und erst kürzlich war ihm der Sieg in Ägypten gelungen. Das Direktorium, so hieß die Regierung Frankreichs in der Nachfolge der Revolutionsregierungen (seit 1789), hatte die Kontrolle über das Land weitgehend verloren und es bestand die Gefahr, daß die Herrschaft der Bourbonen-Könige wiedererrichtet werden könnte.
Napoleons Freunde im Rat der Alten schlugen nun vor, ihn zum Kommandant des Pariser Bezirks zu ernennen, was faktisch die Gewalt über die amtierende Regierung bedeutete. Barras, der mächtige Mann im Direktorium und Veteran der Revolution, hoffte indessen, daß Bonaparte sich mit ihm einigen würde.
Die Direktoren Moulins und Gohier versuchten Barras nun zum Handeln zu bewegen, doch er ließ ihnen ausrichten, er befände sich im Bad und müsse sich rasieren. So konnte der Korse nach Belieben schalten und walten. Einen Monat später wurde Napoleon Erster Konsul, im Jahre 1804 als Napoleon I. Kaiser der Franzosen.
Wie wäre alles wohl verlaufen, hätte Barras an diesem Tage auf sein Bad verzichtet? Daß Napoleon selbst ein Freund ausgiebiger heißer Bäder war, können Sie an anderer Stelle unserer Badgeschichte(n) nachlesen. | |