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Das Bad in der Literatur
Über die widerrechtliche Benutzung geistlicher Abtritte |
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Ludwig Thoma ist den meisten allenfalls als Autor der "Lausbubengeschichten" bekannt. Er war jedoch der gefürchteste Satiriker der wilhelminischen Epoche und ständiger Mitarbeiter des "Simplizissimus". Seine Komödie "Moral" wird heute noch an den deutschen Bühnen gespielt. "Josef Filsers Briefwexel" hat Schweijk'sches Format. Es sind im absonderlichen "Schriftdeutsch" verfaßte Briefe eines Landwirts, der ins königlich-bayerische Parlament gewählt worden ist und zwerchfellerschütternde Erlebnisse mitzuteilen hat. Die nachfolgende Textpassage hat unser User Ferdinand Neumann eingereicht. Es geht darin um zwei Toiletten ("Abtritte") im Bay. Parlament - eine für die hohe Geistlichkeit und eine für normale Abgeordnete:
Zun beischpiel liber Freind, bin ich gestern auf den Abdrid gangen, weil ich missen hab und es sind zwei Abdrid im barlamend, einer mit einem feinen babier für die Geischtlingen und Herren und der ander mit einem groben babier fier ins Bauern. Leider es hat bräsiert un aus den bauernabdrid hat einer geschrieen besäzt, das ich grad noch in den geischtlingen abdrid komen bin und ich war froh.
Aber wie ich heraus bin und beim Zugnöpfeln war, steht der Orderer* da und schaugt mich gantz fuchsdeifelswild an und fragt mich, ob ich nicht weis, das es sein Abdrid is...
...Und dan is er hinein, leider is fieleicht nücht alles schön gwesen, was er gesehen hat, indem es mir bräsirt hat und ich hab den Deckel nücht gleich aufbracht und er war gantz kasweis, wie er in den Sall zurieck gekommen is. Jetzt haast er mich, und er hat sich beim Ausschus beschwert bedreft Verunreunlichung geischtlinger Abdride...
* Anmerkung unseres Users: "der Orderer", fiktive Figur, höherer katholischer Geistlicher und ebenfalls Abgeordneter im königlich-bayerischen Parlament. | |
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