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Bad-Geschichte und Geschichten
Kaiser Augustus und seine kalten Güsse |
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Kaiser Augustus? War das nicht jener römische Cäsar, in dessen Herrscherzeit ein Kind zu Bethlehem geboren wurde? Und der Cheruskerfürst Arminius die germanischen Stämme geeinigt und drei römische Legionen - etwa 20.000 Mann - im Teutoburger Wald besiegt hatte? Richtig! Nun, Augustus war gleichwohl ein großer Kaiser - und er erreichte das für damalige Zeiten biblische Alter von 76 Jahren. Das hätte man ihm nicht zugetraut, denn Augustus litt abwechselnd unter den mannigfachsten Krankheiten. Deren harmloseste waren Hautenzündungen, weil er sich im Bade zu heftig mit der Bürste abgeschruppt hatte. Überhaupt seine Badegewohnheiten! Schwitzbäder nahm er gern, aber beim Bad in der Wanne mochte er es weder heiß noch kalt - er war ein "Warmbader". Nach dem Bade wurde er mit Balsam gesalbt, eine Handlung, die auch die neuzeitliche Kosmetikindustrie empfiehlt, um die Haut vor dem Austrocknen zu bewahren. Im Winter trug Augustus nicht weniger als vier Tunikas übereinander - also vier wallende Gewänder, weil er ständig fror. Und darunter ein wollenes Unterhemd und darunter einen wollenen Brustwickel. Umso größer war sein Schrecken, als ihm der Arzt Musa, damals so etwas wie der Modearzt der Reichen, kalte Wassergüsse verordnete - die ersten "Kneipp'schen Anwendungen" der Geschichte. Wer etwas auf sich hielt und zur Gesellschaft gehören wollte, schüttete fortan kaltes Wasser über sich und ging in kalten Bächen spazieren. Wer weiß, ob der Kaiser ohne diese Abhärtung 76 Jahre alt geworden wäre - und das trotz dreier Ehefrauen! | |
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