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Das Bad in der Literatur
Vom Hilfsbuben, der nicht baden wollte |
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Carl Zuckmayer, Dramatiker, Erzähler und Lyriker, dessen Dramen und Komödien noch heute auf allen Bühnen gespielt werden, mußte in der Nazizeit emigrieren. Im US-Bundesstaat Vermont mietete er mit seiner Frau eine Farm, von deren Erträgen die Familie weitgehend lebte. Ehefrau Alice hat die Jahre in Vermont in dem Buch "Die Farm in den grünen Bergen", beschrieben, einem Bestseller der späten 70er Jahre aus dem Verlag Fischer. Da es schwierig war, Hilfskräfte für die Landwirtschaft zu finden, mußten sich die Zuckmayers mit "Hilfsbuben" begnügen. Das waren Schüler, die ihr Taschengeld aufbessern wollten. Unsere Traumbad-Userin Leonore Rosental hat uns diese Buchpassage eingereicht, in der es um einen 15-jährigen "Hilfsbuben" geht, der mehrfach auf der Farm ausgeholfen hatte:
"Vor allem aber wollte er kein Kind sein, vielmehr war er von dem ernsthaften Verlangen beseelt, erwachsen zu werden, und bestellte sich daher Anzüge bei Sears und Roebuck, die in Schnitt und Farbe ebenso gut von erwachsenen Männern hätten getragen werden können. Die hellen, feinen Herrenhemden, die er sonntags trug, standen allerdings in einem gewissen Farbenkontrast zu Hals und Ohren, daher veranlaßte ich ihn, wenn irgend möglich, Samstag abend zu baden, eine Zumutung, die er als niedrigste und schmutzigste Arbeit empfand. An solchen Samstagen ging er mürrisch und traurig umher, und als ihn Zuck einmal nach der Ursache seines Kummers fragte, sagte er bekümmert und angewidert: ››Sie will schon wieder, daß ich bade.‹‹ Zu seinem 6. Geburtstag schenkte ich ihm Badesalz und versüßte ihm das Baden dadurch so sehr, daß er stundenlang im Wasser verweilte und ich an der Tür klopfen mußte mit der Mahnung: ››Waschen nicht vergessen!‹‹" | |
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Betty hat sich mit ihrem Lebensgefährten Max wieder versöhnt, nachdem er ihr hoch und heilig versichert hat, nie mehr im Bad seine Zehennägel zu schneiden und die hornigen Reste auf dem Badteppich zu verteilen. Betty hat sogar akzeptiert, dass er ein Buch mit ins Badezimmer nimmt – ein duftendes Buch der besonderen Art. Wozu braucht Max ein Buch mit duftenden Seiten? … Doch lesen Sie selbst …
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