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Bad-Geschichte und Geschichten

Theodor Heuss und das "Herzlich willkommen" der Toilettenfrau

Er war die Idealbesetzung, als nach dem 2. Weltkrieg ein Bundespräsident gewählt werden mußte: Prof. Dr. Theodor Heuss, der aufgrund seines sonoren Basses und seines bewußten "Schwäbelns" von jedem Deutschen der Nachkriegsjahre schon nach drei im Rundfunk gesprochenen Worten identifiziert wurde. Als "Papa Heuss" ging er in die Geschichte ein, weil er trotz seines überlegenen Intellekts und seiner riesigen Universalbildung immer menschlich-humorvoll blieb, wenn er auch grantig werden konnte, wenn ihm einer unverschämt kam. Heuss war studierter Nationalökonom und liberaler Poltiker, der schon 1932 mit dem Buch "Hitlers Weg" auf das kommende Unheil aufmerksam machte. Kein Wunder, daß die Nazis seine Bücher verbrannten. Heuss war Redakteur und vor allem Verfasser von Biografien, z.B. über Justus von Liebig, Robert Bosch, Johann Peter Hebel oder Hugo von Hofmannsthal. Die Zahl der Heuss-Anekdoten ist gewaltig. In einigen geht es um das Bad oder das "stille Örtchen". Heuss amüsierte sich z.B. königlich, als er in Lübeck in der Konditorei Niederegger von der Toilettenfrau begrüßt wurde: "Herzlich willkommen, Herr Bundespräsident!" Als ihn 1954 der damalige Finanzminister Schäffer bat, doch in seinem Heimatland Bayern zwecks Förderung des Fremdenverkehrs einmal Urlaub zu machen, erklärte sich Heuss einverstanden: "Sofern die Betten lang genug sind und das Örtchen nicht über dem Hof ist!"
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