William Bouguereau? Nie gehört? Nun ja, dieser französische Maler (1825 - 1905) ist zu Recht vergessen, denn seine Werke empfinden wir heute, von Ausnahmen abgesehen, als ausgesprochen kitschig. Dabei zählte Bouguereau zu den erfolgreichsten Malern seiner Zeit, weil er in der Lage war, sozusagen farbfotografisch zu malen. Viele seiner Porträts gleichen auch eher einem Foto, als einem Gemälde.
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Vielleicht lag in diesem handwerklichen Geschick der Grund für seine Popularität. Bouguereau war Mitglied der britischen Royal Academy, wurde sogar mit einem "Sir" geadelt und durfte als einer der wenigen Maler auf den offiziellen Ausstellungen der Akademie seine Werke präsentieren, was fast einer Lizenz zum Gelddrucken entsprach. Um die Schlafzimmer und Bibliotheken seiner wohlhabenden Klientel mit Fleischlichem auszustatten, schuf er eine ganze Serie von Bildern nackter Damen vor und nach dem Bade, von denen wir hier eine Auswahl zeigen. Natürlich packte auch er "Gruppenfotos" nackter Damen in antike Allegorien, etwa wie die hier abgebildeten Nymphen am Teich. Die Darstellung nackter Damen ohne Schamhaar hinderte ihn nicht, auch viele religiöse Motive auf die Leinwand zu bringen, darunter jede Menge Engel, bei deren Anblick man heute geneigt ist, in lautes Gelächter auszubrechen. Der Malstil Bouguereaus fand um die Jahrhundertwende immer weniger Anklang, je mehr sich die Impressionisten durchsetzten. | |