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Das Bad in der Literatur
Statt Bad im Keller lieber ein "Küchenbad" in der Zinkwanne |
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Viola Roggenkamp lieferte mit ihrem Erstlingswerk "Familienleben" gleich einen Bestseller ab. Der Roman um eine deutsch-jüdische Familie spielt in den 60-er Jahren in Hamburg und ist aus der Perspektive der 13-jährigen Fania geschrieben. Unbekümmert, herzerfrischend, komisch, aber auch nachdenklich und betroffen machend. Die Familie lebt in einer herunter gekommenen Villa, sie hat auch ein Badezimmer im Keller. Doch lesen Sie selbst, was uns unser User Jens Bandel eingeschickt hat.
Es gibt ein Badezimmer. Es ist im Keller. Wir benutzen es nicht. Was müssen das für Leute gewesen sein, die ihr Badezimmer im Keller hatten. Verrückt oder reich. Wahrscheinlich reich. Das ganze Haus wird eine große zusammenhängende Wohnung gewesen sein, ausgelegt mit dicken Teppichen. Ich wußte nichts von diesem Badezimmer. Ich entdeckte im vorderen Garten, am Sockel der Hauswand, ein mit Holzbrettern verbarrikadiertes Fenster, das einen halben Meter tief in die Erde reicht. Mein kleiner Gummiball war mir vor dem Fenster ins Kellerloch gerollt, er verschwand durch ein eisernes Gerippe in der Tiefe. Mein Vater half mir, das Gitter hochzuheben und den Ball mit einer Harke herauszuholen. Schwarzes, schimmelndes Laub hatte sich in den Zinken verfangen, es roch faulig. Was ist dahinter, fragte ich meinen Vater.
Unser Badezimmer, sagte er beiläufig.
Wir haben ein Badezimmer, sagte ich. Das war mir gleich nicht geheuer. Wenn wir ein Badezimmer hatten, wieso benutzten wir es nicht. Alle Leute haben heutzutage ein Badezimmer oder zumindest eine Dusche. Nur wir nicht, wir haben eine große graue Zinkwanne, in der kann ich mit angezogenen Knien sitzen, in der Küche füllen wir sie mit Wasser, und das Wasser erhitzen wir zuvor in zwei großen Töpfen auf dem Gasherd. So haben wir früher auch gebadet, sagt meine Mutter, wenn Vera sich darüber beschwert, dass es doch ein bißchen primitiv sei.
Wir müßten durch zwei Luftschutzkeller, um das Badezimmer zu erreichen, erklärte mein Vater, das sei viel zu umständlich und ungemütlich, außerdem sei das Badezimmer bis unter die Decke vollgestellt mit alten Sachen... | |
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Betty hat sich mit ihrem Lebensgefährten Max wieder versöhnt, nachdem er ihr hoch und heilig versichert hat, nie mehr im Bad seine Zehennägel zu schneiden und die hornigen Reste auf dem Badteppich zu verteilen. Betty hat sogar akzeptiert, dass er ein Buch mit ins Badezimmer nimmt – ein duftendes Buch der besonderen Art. Wozu braucht Max ein Buch mit duftenden Seiten? … Doch lesen Sie selbst …
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