Meine beste Freundin Jana hat noch mehr Probleme mit den Männern als ich.
Nachdem sie den Oberstudienrat Siegbert radikal aus ihrer Wohnung entfernt hatte, war erst einmal Erholung angesagt. Inzwischen ist Jana wieder liiert mit einem gewissen Holger, von Beruf Autoverkäufer bei einem BMW-Händler. Der hat berufsbedingt eine flinke Zunge, aber auch eine flinke Hand, mit der er Jana immer wieder in den Po kneift, besonders, wenn sie nur im Hemdchen ist und im Badezimmer neben ihm steht.
„Du glaubst nicht, wie schnell der Kerl ist. Kaum stehe ich am linken Waschtisch und mache mich zurecht – schon schiebt er mein Sleepshirt hoch und zwickt mich mit der linken Hand in den Po!“, hat Jana mir ihr Leid geklagt.
Nach Janas Worten zwickt ihr Lover nicht nur, nein: Er kneift und Jana hat schon blaue Flecken. Zur Rede gestellt, erklärt dieser Mistkerl in schönster Macho-Manier,
das tue er erstens, um ihr seine Liebe zu zeigen und zweitens, um einer möglichen Cellulite an Janas Po vorzubeugen.
Hat man so etwas schon mal gehört?
Ich habe Jana empfohlen, den Typ rauszuwerfen wie den blöden Oberstudienrat.
Das will Jana aber nicht, „denn er kneift ja nicht nur, manchmal streichelt er auch!“
Tja, da konnte ich natürlich nichts zu sagen. Aber mir ist eingefallen, dass Jana auf die Ablage über dem Waschtisch einfach eine Stecknadel hinlegen soll. Und wenn der Holger dann wieder zwickt, dann soll sie ihn in den Po stechen. Reine Notwehr!
Jana hat meinen Rat befolgt. Es ist natürlich ein Tropfen Blut geflossen, und dabei hat sich herausgestellt, dass dieser 192 cm große Riese namens Holger kein Blut sehen kann. Er wurde bleich und musste sich auf den Klodeckel setzen.
Ich habe mich mit Jana im Café getroffen. Wir haben viel gequatscht und gekichert.
Und über Holger gelästert, der jetzt nicht mehr kneift und schon bleich wird, wenn er nur eine Stecknadel sieht.
Man muss sich nur mit adäquaten Mitteln zu helfen wissen, versichert Ihnen
Ihre Betty Lukasch