Ständig das Rad neu zu erfinden, das kann nicht einfach sein. Auch wenn aus dem Rad ein Bad wird, ändert das am Ergebnis nichts – mag man leichtfertig meinen. Und doch: Im Bad gibt es Jahr für Jahr viele frische Tendenzen und bemerkenswerte Neuentwicklungen. Man muss nur genau hinsehen, erklärt die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Zum Beispiel blinzelte da auf den diesjährigen Frühjahrsmessen neben eher gedeckten Creme-, Braun- und Graunuancen sowie einer Anzahl sinnlicher Beeren- und Violetttöne plötzlich freches Blau hervor. Kommt die lang ausgesperrte Lieblingsfarbe der Deutschen erneut in Mode? Ein Blick in die übrige Wohnwelt versichert: "Ja, sie kommt".
Ebenfalls ein Thema: Re-Editionen. Jung gebliebene Klassiker werden überarbeitet, wiederaufgelegt und attraktiv ergänzt. Statt kantiger Formensprache gibt sich die Badausstattung vermehrt soft und filigran. Bloß nicht anstoßen, so die Devise, die ebenfalls auf das Design von Duschwannen zutrifft. Dass mehr und mehr bodenebene Modelle im Sortiment der Markenhersteller auftauchen, dieser Trend ist an sich nicht neu. Er passt jedoch – zusammen mit den bereits erwähnten "weichen Ecken" – nur zu gut in das Bild vom barrierearmen bzw. seniorengerechten Bad. Purer Zufall oder eher weise Voraussicht? Wahrscheinlich von beidem etwas.
Tatsache bleibt jedoch, dass die Entwickler dem Kapitel Barrierefreiheit bereits seit Längerem viel Raum beimessen. Fragt man nach, wie das Bad der Zukunft aussehen wird, ist u. a. vom attraktiven Generationenbad die Rede. In ihm sollen Jung und Alt mit Haltegriffen, bodengleichem Duschbereich und Duschsitz, erhöhtem WC sowie unterfahrbarem Waschtisch und anderen Extras, denen früher eher der Stempel "für Ältere" anhaftete, gleichsam sicher sein und sich wohlfühlen. Wächst da ausgerechnet im Bad zusammen, was zusammengehört?
Foto "blau": Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Villeroy & Boch
Foto bodenebene Dusche: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Kaldewei