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Im Boudoir der Gattin des polnischen Textilbarons Izrael Poznanski |
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Unsere Fotos stammen aus dem Wohnhaus des polnischen Textilbarons Izrael Poznanski. Doch was heisst "Wohnhaus"? Der jüdische Unternehmer ließ sich tatsächlich einen Palast bauen, 1872 begonnen, 1902 vollendet. Er konnte sich also die Hand reichen mit Carnegie aus den USA oder Krupp aus Deutschland, die sich ebenfalls wahre Schlösser errichten ließen. Im Boudoir der Frau Poznanski stand natürlich der Waschtisch und ein Schminktisch für die sog. "Toilette". "Meine Frau macht Toilette" bedeutete eben nicht, dass Madame aufs Töpfchen gegangen war, sondern dass sie gerade dabei war, Rouge aufzulegen oder das Dekolleté zu pudern.
Neben dem Boudoir lag natürlich das Schlafgemach. Und hier kommen wir dann auf das Töpfchen zu sprechen, wenn die hohen Herrschaften nachts mal "mussten". Schwer vorstellbar, dass sich ein reicher Herr und Inhaber eines verschwenderisch ausgestatten Palastes auf solch einen Porzellantopf setzte. Für das "kleine Geschäft" kniete er sich neben den "Kammerpott", für das "große" nahm er dann eben Platz. Danach betätigte er einen Klingelzug und in der Gesindekammer läutete ein Glöckchen. Und flugs eilte selbst um drei Uhr nachts eine Dienstmamsell herbei, um die Geruchsbelästigung zu entsorgen. Und die Frau Gemahlin? Die kniete natürlich nicht nieder, um in den Topf zu pieseln. Sie musste halt eben in die Hocke, wobei sie sich für das "kleine Geschäft" auch eines Spezialtopfes bedienen konnte, der schmal zugeschnitten war und den sie zwischen die hochherrschaftlichen Oberschenkel schieben musste. Sie wollen das nicht glauben, liebe Traumbad-User/innen? Dann besuchen Sie einmal das Museum von Villeroy & Boch in Mettlach! Zurück zum Palast des Textilbarons aus Lodz. Der hatte natürlich auch ein "Kabinett" mit einem Leibstuhl, nicht unähnlich den fahrbaren Toilettenstühlen, wie man sie aus jedem Krankenhaus kennt. Doch nachts kann es in Polen bitterkalt werden. Und Zentralheizung kannte man eben vor 130 Jahren noch nicht. Im Schlafgemach flackerte Kaminfeuer, im "Kabinett" eben nicht. Da hockte man sich eben lieber auf den "Kammerpott", statt sich im "Kabinett" einen kalten Arsch zu holen – Pardon: gemeint ist natürlich kein profaner A….., sondern ein allergnädigstes Gesäß der hohen Herrschaften. Fotos: © www.fotografen-online.de | |||
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