Unsere Urgroßeltern, so sie ein Gymnasium besuchten, wurden mit den griechischen Göttern geradezu traktiert.
Derer gibt es Unzählige, und Griechen unserer Zeit können sie auch nicht alle aufzählen. Aber eine Göttin ist
nach wie vor jedermann geläufig, nämlich die Liebesgöttin Aphrodite. Lustfördernde Mittelchen tragen ihren Namen
in der wissenschaftlichen Bezeichnung "Aphrodisiakum". Bevor wir Ihnen schildern, wo Aphrodite gebadet und sich
außerehelichen Lustbarkeiten hingegeben hat, möchten wir Ihnen zeigen, wo Aphrodite geboren wurde. Sie wurde nicht etwa
von einem anderen Gott gezeugt, vielmehr entstieg sie dem Schaum der Meereswellen. Das alles hat am Kieselsteinstrand
(siehe Foto) am Küstenstreifen "Petra Tou Romiou" zwischen Lemesos und Paphos auf Zypern stattgefunden, wie denn
überhaupt die Zyprioten die Göttin der Liebe ganz für sich vereinnahmt haben und "Aphrodite Hotels" die Insel
sozusagen überschwemmen.
Was Wunder also, dass Aphrodite auch eine eigene Badewanne besaß. Auf der gebirgigen Halbinsel Akamas in der Nähe
des Ortes Polis an der zypriotischen Westküste jedenfalls tropft aus einem Felsspalt unentwegt Wasser in ein kleines,
natürliches Bassin. Und in diesem Mini-Bassin hat sich Aphrodite dem Akamas, Sohn des Königs Theseus, hingegeben.
Wer will das bezweifeln? Die Zyprioten haben jedenfalls aus diesem geradezu lächerlichen Wasserbecken einen touristischen
Wallfahrtsort gemacht. Und so quälen sich Touristen im Geländewagen über Schotterpisten, vorbei an meckernden Ziegen,
zum sogenannten "Bad der Aphrodite".
Zu sehen gäbe es dort so gut wie nichts, wenn da nicht zypriotische Tagesausflüglerinnen
ein Bild für die Götter abgeben würden. Denn wer sich mit dem Wasser aus dieser
natürlichen Badewanne benetzt, dem winken Jugend und ewige Schönheit. Sagt man
so. Und die Zypriotinnen glauben es denn auch, besprenkeln mit dem Wasser ihr Gesicht
und knöpfen auch die beiden obersten Knöpfe ihrer Bluse auf (oder lüpfen verstohlen das
T-Shirt), damit der Busen auch was abbekommt. Es steht außer jeder Frage, dass solch ein Anblick auch einen
knöchernen Altphilologen erquicken kann, der ansonsten jedem Aberglauben abhold sein wird. Übrigens hat Zeus dem
Treiben der Aphrodite in der zypriotischen Badewanne (siehe Foto) nicht endlos zugesehen.
Sie musste wieder rauf in den Olymp zu ihrem Gatten, dem Gott des Feuers namens Hephaistos.
Nun wollen wir unsere User aber nicht länger mit griechischen Gottheiten malträtieren,
sondern nur noch darauf hinweisen, dass die Touristen- und
Hafenstadt Paphos in Kouklia (Alt-Paphos) die Fundamente eines Tempels der Aphrodite vorweisen kann.
Dort hatte einst jede Einwohnerin auf den Stufen sitzend auszuharren und darauf zu warten, dass ihr
ein männlicher Tempelgänger eine Münze in das über die Knie gebreitete Gewand warf. Das hatte dann zur Folge,
dass die beiden im Tempel der Göttin ein Opfer darbrachten – in Form eines Coitus.
Herodot berichtet, dass die hübschen, jungen Frauen nicht lange auf einen Münzenwerfer warten
mussten, während hässliche Frauen dort drei bis vier Jahre ausgeharrt haben sollen, bis sich endlich
einer zum göttlichen Liebesdienst bereit fand.
In und um Paphos sind etliche Luxushotels angesiedelt, in deren Zimmern ein Whirlpool sprudelt.
Hier mit der ganz persönlichen Aphrodite zu baden, ist ein ungleich höherer Genuss, als sich mit
einem Jeep durch die felsige Landschaft zum "Bad der Aphrodite" zu quälen.
Fotos: www.fotografen-online.de