Christoffer Wilhelm Eckersberg gilt als Hauptvertreter der romantisch-klassizistischen Malerei und war einer der
bedeutendsten dänischen Maler des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1783 in Blaukrug bei Blans geboren, besuchte er seit
1803 die Königlich Dänische Kunstakademie in Kopenhagen. Eckersberg war Schüler von Jacques-Louis David in Paris
und wurde nach seiner Rückkehr Professor der Kopenhagener Kunstakademie, deren Leitung er in späteren Jahren als
Direktor übernehmen sollte.
„Rückenakt“:
Ölgemälde von Christoffer Wilhelm Eckersberg (1841)
Hirschsprungske Samling, Kopenhagen
In klassizistischer Manier ist auch der berühmte „Rückenakt“ aus dem Jahre 1841 gemalt. Das pikante
Gemälde stammt aus der Zeit zwischen 1800 und 1870, also dem "Goldenen Zeitalter" Dänemarks. In dieser
Epoche politischen Niedergangs stand die Kultur in höchster Blüte, und Themen der Dekadenz und
Sinnenfreude konnten sich außerordentlicher Beliebtheit erfreuen. Orientiert hat sich Eckersberg
dabei ganz offensichtlich am Stil seines Lehrers Jacques-Louis David, der auf strenger Bildkomposition
und Linearität aufbaut.
Vergleichbar mit einer Repoussoir-Figur, die den Blick des Betrachters in die Tiefen des Bildes führen soll,
leitet der entzückende Rücken der jungen Dame den erwartungsvollen Blick über den kunstvoll geknoteten Dutt und
ihren angewinkelten Arm bis hin zu ihrem Spiegelbild. Doch wer sich nun auf eine Vorderansicht der nackten
Tatsachen gefreut hat, der wird schnell enttäuscht werden, denn einzig das bezaubernde Dekolleté ist zu
sehen – alles Weitere bleibt der Phantasie des Betrachters überlassen...