Tahiti wurde 1767 von Samuel Wallis entdeckt, dessen Expedition mit dem Segelschiff "Dolphin" ansonsten ein Reinfall war.
Was er aber zu berichten wusste, weckte die Abenteuer- oder Entdeckerlust des Franzosen Louis-Antoine de Bougainville
und des legendären Captain Cook, dem wohl wagemutigsten Seefahrer alle Zeiten. Samuel Wallis war der erste, dem eine
tahitische Wellnessbehandlung zuteil wurde: Die freundlichen Insulaner trugen ihn in eine Hütte, wo er von jungen
Frauen ausgezogen und massiert wurde. Er berichtete, dass das "Durchwalken"
ihm einen "großen Gewinn" gebracht habe.
Bougainville, sowohl Marineoffizier als auch Altphilologe, landete zehn Monate nach Wallis auf Tahiti und hielt
schwärmerisch fest, dass das Liebesleben dort ohne jede Prüderie in aller Öffentlichkeit stattfinde und ein Akt der Religion sei,
der von anfeuernden Rufen und Gesängen der Zuschauer begleitet werde. "Ich meine, im Garten Eden gelandet zu sein",
schrieb der Franzose später. "Allüberall herrschen Ruhe, eine gelassene Freude und alle Anzeichen des Glücks."
Am 13. April 1769 landete Captain Cook mit seinem Schiff "Endeavour" auf dieser Insel der Glückseeligen. Cook,
eher ein puritanischer Familienvater, hielt sich mit Beschreibungen der dortigen Sitten zurück – nicht jedoch der
26-jährige Joseph Banks, der als Maler mitgereist war, um die fremde Flora in Zeichnungen festzuhalten.
Er wurde mit anderen Offizieren von den Insulanern zu einem Langhaus getragen, wo Matten ausgebreitet waren,
auf denen die Insulanerinnen liebesbereit saßen. Die mögen die Welt nicht verstanden haben,
als sich die Engländer zierten, weil – wie Banks schrieb – das Haus keine Wände hatte.
Bewundernd schrieb der mitgereiste Maler Sydney Parkinson über die Insulaner: "Edlere Männer habe ich noch nie zu Gesicht
bekommen." Aber natürlich hatten Offiziere und Matrosen eher ein Auge auf die Insulanerinnen.
Die badeten dreimal täglich in einem Fluss, rasierten sich – wie die Männer – unter den Armen,
schmückten ihr Haar mit Blüten und rieben sich mit Kokosöl ein, wobei Banks berichtete, ihm selbst
sei dieser Geruch nicht besonders sympathisch, aber sehr wohl dem Geruch von Achsel- und Fußschweiß bei den Europäern vorzuziehen.
Paul Gauguin hat über 100 Jahre später in einem seiner vielen Tahiti-Gemälde solch
eine Badeszene am Fluss und unter blühenden Bäumen festgehalten. In paradiesischer
Nacktheit stürzt sich eine Insulanerin in das Wasser, während sich die andere noch entkleidet.
Paradiesisch-unbefangen waren die Insulanerinnen – das Wort "Wellness" war noch nicht erfunden und
Physiotherapeuten mit staatlichem Examen gab es auch noch nicht. Aber man verstand sich auf Massagekünste,
reinigte sich im klaren Wasser (was die noblen Herrschaften damals in Europa vermieden, weil dadurch Krankheiten
durch die Haut in den Körper gelangen würden!), rasierte sich die Achseln und wendete Naturkosmetik an. Kokosöl ist
ja auch heute noch eine wichtige Substanz in der Kosmetikbranche. Wer heute als Fernreisender Tahiti oder eine der
vielen Nebeninseln anfliegt und den Luxus in landestypischen 5-Sterne-Häusern genießt, sollte bedenken, wie alles begann.
Weitere Infos
www.tahititourisme.de
www.tahiti-flugreisen.de
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