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Bad-Geschichte und Geschichten

Wie hielten es vor 300 Jahren die Könige mit dem Wannenbad?

Ludwig XIV
Madame de Montespan
Der Sonnenkönig badete selten und
nur auf ärztliche Anordnung
Seine Mätresse Madame de
Montespan badete hingegen oft
Der König der Könige seiner Zeit war zweifelsfrei Ludwig XIV. von Frankreich, der Sonnenkönig und

Erbauer des Schlosses von Versailles

. Er regierte von 1643 bis 1715, also vor 300 Jahren, als man noch keine Zentralheizung kannte und keine Toiletten mit Wasserspülung. Was den "Toilettengang" betrifft, so hat sich die Redaktion von traumbad.de damit schon in einem anderen Beitrag beschäftigt.

Aber wie war es nun mit dem Wannenbad - sei es aus hygienischen oder aus erotischen Gründen? Soviel weiß man: Ludwig hätte, wenn er gewollt hätte, durchaus mit einer seiner Mätressen ins Bad steigen können, denn im Erdgeschoß von Schloß Versailles waren in mehreren Zimmern römische Bäder eingebaut - also keine Wannen, sondern große Becken, in denen wie bei den alten Römern mehrere Personen hocken oder liegen konnten. Dass im Schloß Versailles überhaupt nur eine Badewanne aus Zink vorhanden gewesen soll und die in einen Springbrunnen verwandelt worden sei, ist eine immer wieder gern gehörte Geschichte - aber sie stimmt nicht.

Ab etwa 1670 setzte eine Kampagne für mehr körperliche Reinlichkeit ein. Der Sonnenkönig schloß sich diesem Trend (auf seine Weise) an. Wenn es ihm die Ärzte verordnet hatten, nahm er ein Bad. Aber das war selten der Fall - stattdessen ließ er sich täglich bei jedem

Kostümwechsel

von Kopf bis Fuß mit

Rosenwasser

abreiben. Und da der Sonnengott bis zu viermal am Tag ein anderes Gewand anzog, dürfte er für damalige Zeiten sehr sauber gewesen sein.

Als Ludwigs Mätresse

Madame de Montespan

der neuen Mätresse Madame de Maintenon weichen mußte, wurde sie nicht in ein Kloster gesteckt, sondern durfte im Schloß bleiben und bezog die Räume mit den von ihr so geliebten riesigen Bädern. Die Montespan dürfte damals die sauberste Frau am Hofe gewesen sein.

Für kürzere Zeit hatte Ludwig XIV: neben der Montespan eine weitere Mätresse, nämlich Madame de Ludres. Die gebärdete sich wie eine Favoritin und brüskierte die Hofgesellschaft. Den Hochmut zahlten ihr die Ärzte heim. Als die Ludres von einem Hund gebissen worden war, verordneten ihr die Ärzte zur Abwehr der Tollwutgefahr....Nacktbaden im Meer.

Wilhelmine EnkeWas nun den preußischen König Friedrich den Großen betrifft, so ist davon auszugehen, dass er kaum je gebadet hat. Der "alte Fritz" hielt auch nicht sehr auf seine Garderobe, die oft Essensflecken aufwies. Was das Baden betraf, verhielt sich sein Nachfolger (und Enkel) Friedrich Wilhelm II., genannt "

der dicke Wilhelm

" anders. Der regierte von 1786 bis 1797 und war der Erbauer des Brandenburger Tores. Dessen Vollbäder geschahen allerdings auch nicht ganz aus freien Stücken, denn seine Mätresse Wilhelmine Enke - später zur Gräfin Lichtenau erhoben - hatte sich in ihrem vom königlichen Liebhaber erbauten Schlößchen einen Spiegelsaal einbauen lassen mit einer großen Holzwanne mitten drin. So konnten die beiden in dem Holzbottich Amore machen, etwas für die körperliche Hygiene tun und sich dabei auch noch von allen Seiten und von der Decke her in Spiegeln betrachten.
Wilhelmine Enke, die Mätresse
des "dicken Wilhelm"

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