Die Buchdruckkunst war noch nicht erfunden - aber es gab natürlich schon handgeschriebene und bemalte Bücher. Nicht für jedermann, sondern nur für hohe Adelskreise und Gelehrte. Die niederen Adeligen, zumal die verklärten Raubritter, waren froh, wenn sie überhaupt lesen und schreiben konnten. Was sich in winzig kleinen "Stundenbüchern" verbarg, die solch ein Herr Herzog mit sich trug, um alle Stunde ein Gebet zu sprechen, hatte
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es freilich manchmal in sich. Beliebtes biblisches Motiv war die Bethseba im Bade (siehe auch die entsprechende Stelle im Alten Testament hier in unserem Literaturforum). Aber natürlich war es auch statthaft, sich über die losen Sitten der alten Römer zu entrüsten, so im Bild "Die Badestube" des Meisters Anton von Burgrund um 1470. Meister Anton malte die "alten Römer" recht handgreiflich, wie man am oberen Bildrand sieht. Das Lotterbett (links) liegt gleich neben der Badestube. Daß die "alten Römer" (wenn überhaupt) mittelalterliche Gewänder trugen, nun, wie will man es dem Meister verargen, wenn er nicht weiß, wie 1500 Jahre früher die alten Römer gewandet waren? In der berühmten Wenzelsbibel (linke Abbildung, etwa 1390 entstanden), ist in einer Schmuckbordüre gar eine Bademagd abgebildet, "keusch" mit einem durchsichtigen Gewand "bekleidet". Mutmaßlich handelt es sich um die allegorische Darstellung des Reinwaschens von Sünden - oder haben Sie eine bessere Erklärung? | |