Tintoretto - eigentlich Iacopo Robusti - wurde 1518 in Venedig als Sohn eines Textilfärbers ("tentoretto") geboren und brachte sich das Malen weitgehend selbst bei, wobei er allerdings zeitweise Lehrling im Malsaal von Tizian war. Tintoretto zählt zu den ganz Großen der abendländischen sakralen Malerei, weil er in seine Werke einen emotionalen, expressiven Stil einbrachte mit spannungsbildenden Kontrasten zwischen Hell und Dunkel und einer Dramatisierung der abgebildeten Figuren, in denen dann auch 300 Jahre später die Expressionisten eine Seelenverwandtschaft entdeckten. 
Tintoretto hat sich zwar auch in Rom aufgehalten, er arbeitete aber fast ausschließlich in Venedig für wohlhabende Auftraggeber: Die Dogen und die Kirchen. Viele Gotteshäuser hat er mit großformatigen Wand- und Deckengemälden verziert. Sein Meisterwerk nach biblischem Motiv dürfte "Susanna im Bade" sein, die von zwei alten Lüstlingen durch eine Hecke beobachtet wird. Deren Gesichter - oder besser gesagt Fratzen - sind eindeutig skizzenhaft-expressionistisch. Seiner Susanna im Bade hat Tintoretto immerhin eine Leinwandgröße von fast 1,5 x 2 m gegönnt, so daß sich auch jeder Venezianer an den Rundungen der Susanna erfreuen und sich über die Lüstlinge gehörig empören konnte, zumal man ja selbst kein Lüstling war und natürlich nicht eine Nackte beim Bade anstarrte, sondern nur die Kunst bewunderte. Tintoretto starb 1594 in seiner Vaterstadt Venedig. | |