"Der Schamane" von Noah Gordon, der lang erwartete Nachfolgeroman des Bestsellers "Der Medicus", berichtet von Rob J. Cole, dem Nachfahren des legendären Medicus, der im frühen Amerika des 19. Jahrhunderts versucht, als Arzt und Schafzüchter sein Glück zu finden. Die Begegnung mit den Indianern und besonders deren Shamanin Makwa Ikwa wird für ihn entscheidend. Lange, nachdem die Schamanin von Weißen ermordet wurde, bauen der taube Sohn der Famile Cole Shaman und sein Vater das zerstörte Schwitzhaus der Shamanin wieder auf und genießen ein Saunabad, wie es die Indianer erfunden hatten - mit Schwitzsteinen und Steinwänden. Traumbad-Userin Sarah K. reichte uns diesen Ausschnitt über das Saunavergnügen von Vater und Sohn ein:
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Einige Zeit war vergangen, seit das Hochwasser Makwas Schwitzhaus weggespült hatte. Übriggeblieben waren nur zwei Steinwände, knapp zwei Meter lang, nicht einmal einen Meter hoch und sechs Handbreit voneinander entfernt. Im August begann Shaman, eine Kuppel aus dürren Ästen über den Mauern zu errichten. Zwischen die Äste flocht er grüne Weidenzweige, doch er stellte sich ungeschickt an, und die Arbeit ging ihm nur langsam von der Hand. Als sein Vater sah, was er vorhatte, fragte er, ob er helfen könne, und gemeinsam schafften sie es, in ihrer Freizeit innerhalb von zwei Wochen ein neues Schwitzhaus zu errichten.
Am ersten kalten Tag im September probierten sie das Schwitzbad aus. Makwas Hitzesteine waren noch genau dort, wo sie sie liegengelassen hatte, und sie errichteten ein großes Holzfeuer und ließen die Steine darin sehr heiß werden. Nur in eine Decke gehüllt, betrat Shaman das Schwitzhaus, warf die Decke vor die Tür und legte sich zitternd auf den Weidenrost. Mit Hilfe von Astgabeln schleppte Rob J. die heißen Steine zum Schwitzhaus, legte sie unter den Rost, begoß sie mit kaltem Wasser und verschloß dann die Kuppel. Shaman lag im aufsteigenden Dampf, und während er spürte, wie die Hitze aufblühte, erinnerte er sich an die Angst, die er beim erstenmal verspürt hatte, als er vor der Hitze und dem nebligen Dunkel in Makwas Arme geflüchtet war. Er erinnerte sich an die fremdartigen Zeichen auf ihren Brüsten und wie sich die Narben an seiner Wange angefühlt hatten. Rachel war dünner und größer als Makwa, hatte aber schwerere Brüste. Der Gedanke an Rachel rief eine Erektion hervor, und er fürchtete, daß sein Vater zurückkehren und ihn so sehen könne. Er zwang sich, wieder an Makwa zu denken, an die stille Zuneigung, die sie ihm entgegengebracht hatte, so tröstend und besänftigend wie die ersten warmen Schwaden des Dampfes. Es war eigenartig, in dem Schwitzhaus an der Stelle zu liegen, wo sie oft gewesen war. Die Erinnerung an sie wurde mit jedem Jahr verschwommener und er fragte sich, warum sie hatte sterben müssen, warum es schlechte Menschen auf der Welt gab. Fast ohne es zu merken, begann er eins der alten Lieder zu singen, die sie ihm beigebracht hatte... | |