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Das Bad in der Literatur
Als Diener Heißwasser zur Zimmertür schleppten |
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Als "Jörg von Morgen" - so sein richtiger Name - kennt ihn kaum jemand, als "Markus" war er über vier Jahrzehnte der bissigste Cartoonist der Bundesrepublik, seine Karikaturen im STERN sind Bestandteil der Zeitgeschichte. In seinem Buch "Mein Leben unter braunen Clowns" schildert er nicht nur seine Zeit als Hitlerjunge, Flakhelfer und "Arbeitsmann" im sog. Arbeitsdienst, sondern auch (mit ironischem Zungenschlag) das Alltagsleben einer großbürgerlich-kleinadeligen Familie. Der junge Jörg wurde mit seiner Mutter aus dem bombardierten Berlin evakuiert und kam in das Schloß einer entfernten Verwandtschaft, nämlich derer von Cramm, dessen berühmtester Spross der legendäre "Tennisbaron" Gottfried von Cramm war. In einem Kapitel schildert er die Badegewohnheiten im Schloß und kommt auch auf die Kriegsmangelware Seife zu sprechen:
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"...Ähnlich urtümlich wie die Beheizung war auch die Wasserversorgung. Die alte Baronin hatte ihr eigenes Badezimmer, Tanti Elfis Kinder ebenfalls. Außerdem gab es noch je ein Badezimmer für die Allgemeinheit im ersten und zweiten Stock. Dort wurde gelegentlich - ich glaube einmal in der Woche - warmes Wasser produziert, und man konnte nach Anmeldung baden. Üblicherweise wuschen wir uns in unseren Zimmern. Auf dem Waschtisch standen eine Waschschüssel und ein Wasserkrug aus Porzellan. Eine gläserne Karaffe enthielt das Wasser zum Zähneputzen. Heißes Wasser wurde von den Hausmädchen in großen Emaillekannen die Treppen heraufgeschleppt und vor den Türen deponiert.
Ein ewiger Engpaß war die Seife. Davon gab es nur zwei Sorten. Die gebräuchlichste war kompakt und grüngrau. Sie hatte etwa die Form eines großen Zeichenradiergummis. Diese Seife hieß "Rief". Sie war unendlich ergiebig, denn sie schäumte kein bißchen und hatte die Konsistenz von Bimsstein. Die andere besaß keinen besonderen Namen. Aus naheliegendem Grund wurde sie "Schwimmseife" genannt. Sie war weniger massiv als die "Rif" und von hellerer Farbe. Die Schwimmseife schäumte zwar, löste sich aber im Nu in ihre Bestandteile auf. Das Vergnügen an ihr war von kurzer Dauer. Beschaffte jemand einem ein richtiges Stück Vorkriegsseife (sie stammte meist aus dem besetzten Frankreich), wurde es wie ein Kultobjekt verehrt..." | |
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Betty hat sich mit ihrem Lebensgefährten Max wieder versöhnt, nachdem er ihr hoch und heilig versichert hat, nie mehr im Bad seine Zehennägel zu schneiden und die hornigen Reste auf dem Badteppich zu verteilen. Betty hat sogar akzeptiert, dass er ein Buch mit ins Badezimmer nimmt – ein duftendes Buch der besonderen Art. Wozu braucht Max ein Buch mit duftenden Seiten? … Doch lesen Sie selbst …
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