Giovanni Segantini genoss Zeit seines Lebens große Wertschätzung in ganz Europa; heute ist er aber nur noch wenigen bekannt. Dass er hier in unserer Rubrik auftaucht, liegt daran, dass sich unter seinen Werken auch Bilder zur Thematik des Badens im weitesten Sinne befinden.

Giovanni Segantini kommt am 15. Januar 1858 in der Kleinstadt Arco am Gardasee zur Welt. Nach dem frühen Tod beider Eltern wird er zunächst von einer Tante aufgezogen, doch wegen wiederholter Fluchtversuche in eine Besserungsanstalt gebracht. Ein Geistlicher in der Anstalt erkennt sein Talent und gibt ihm Zeichenunterricht. Im Jahre 1874 nimmt Segantini ein Studium an der Kunstakademie Brera auf. Nach ersten fulminanten Erfolgen wird er von zwei Kunsthändlern fest unter Vertrag genommen. Bald darauf heiratet er und zieht mit seiner Familie in die Brianza. Als er glaubt, dieser Landschaft nichts mehr abgewinnen zu können, lässt er sich auf der Suche nach mehr Licht und einer noch typischeren Gebirgslandschaft in Maloja in den Schweizer Alpen nieder. Erst jetzt ist er am Ort seiner Sehnsucht, denn hier findet er die Motive für das Thema, das den größten Raum in seinem Schaffen einnimmt: das Hochgebirge und seine Menschen. Aus dem Jahre 1897 stammt seine Darstellung des Bades einer jungen Frau in einem Gebirgsbach. | |