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Badtechnik

Holz im Badezimmer - das ist zu beachten

Noch immer herrscht bei vielen das Vorurteil, dass Holz im Badezimmer nichts zu suchen habe. Ursache für solche Vorurteile sind schlechte Erfahrungen, die allerdings auf eine nicht fachgerechte Be- und Verarbeitung des Holzes zurückzuführen sind. Vor allem Heimwerker haben häufig ein Problem damit und erklären dann Holz im Bad zu einem Tabuthema. Zu Unrecht, Holz wird ja auch für Fenster, Türen und Fassaden eingesetzt, wo Holz weitaus größeren Einflüssen durch Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Auch das Argument "warmer Wasserdampf" zieht nicht, sonst dürfte man in der Küche auch keine Hängeschränke aus Holz haben. Beim Kochen oder Spülen entsteht mindestens ebensoviel Wasserdampf, wie beim Duschen oder Baden.
Klar ist aber auch, dass im Bad hinsichtlich Qualität und Verarbeitung des Holzes einiges beachtet werden muss. Direkter Kontakt mit Wasser, zumindest über einen längeren Zeitraum, sollte vermieden werden. Kurzfristig einwirkendes Spritzwasser und erhöhte Luftfeuchtigkeit sind nicht das Problem. Und auch sonst steht dem Holzvergnügen im Bad nichts im Wege. Ganz im Gegenteil: Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, was zu einem gesunden Raumklima beiträgt. Tropfende Wände, wie sie bei Fliesen zu beobachten sind, treten bei Holz nicht auf. Wichtig ist das Lüften. Aber das gilt nicht nur bei Bädern mit großen Holzelementen an Decken und Wänden, auch bei gefliesten oder tapezierten Wänden muss gelüftet werden. Ansonsten droht massive Schimmelgefahr.
Ein weiterer Vorteil von Holz ist seine antibakterielle Wirkung. Wissenschaftliche Untersuchungen der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft und des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik haben nachgewiesen, dass bestimmte Holzarten wie Kiefer, Eiche und Lärche Bakterien aufnehmen und abtöten. Die antibakterielle Wirkung tritt dabei sowohl an der Oberfläche, als auch im Holzinnern auf.
Auch die Reinigung von Wänden, Fußböden und Badewannen aus Holz ist denkbar einfach: Nur nebelfeucht abwischen und zwei- bis dreimal im Jahr mit Hartwachsöl einreiben. Dadurch wird verhindert, dass das Holz durch Wasser aufquillt. Angenehmer Nebeneffekt: Die hartgewachste Oberfläche lässt Schmutz und Wasser einfach abperlen. Unschöne Wasserflecken sowie Kalk- und Schmutzablagerungen haben so keine Chance. Leichte Beschädigungen wie Kratzer lassen sich durch Anschleifen mit Schleifpapier und anschließendem Nachölen leicht beseitigen.
Holzverkleidungen an Wänden und Decken
Bei der Konstruktion von Holzverkleidungen an Wänden und Decken sollte auf eine ausreichende Hinterlüftung geachtet werden, damit sich kein Kondenswasser bildet.
Dazu ist zunächst einmal eine Lattenunterkonstruktion notwendig. Diese besteht in der Regel aus gehobelten Fichtenholzlatten. Ob die Latten längs oder quer an die Wand gedübelt werden, hängt von der späteren Bekleidung ab (siehe Abbildung 1a - 1c).
Eine Konterlattung sollte an den Wänden keinesfalls fehlen. Nur so ist eine ausreichende Belüftung gewährleistet und Feuchtestaus werden vermieden (siehe Abbildung 2). Zudem werden mit einer Konterlattung Wandunebenheiten ausgeglichen. An der Decke ist eine Konterlattung nicht notwendig (siehe Abbildung 3).
Die Deckenbekleidung sollte allerdings ringsum mit einem Abstand von 5 cm zur Wand montiert werden. Die Wandbekleidung endet wegen der Hinterlüftung etwa 2 bis 3 cm vor dem Deckenabschluss. Es entsteht somit eine sogenannte Schattenfuge (siehe Abbildung 4).

Generell ist es in Bereichen, in denen Spritzwasser auftreten kann sinnvoll, die Profilbretter senkrecht zu montieren. So können Wasser und Feuchtigkeit besser abtropfen. Sollen die Bretter waagerecht angebracht werden, müssen die Federn der Profihölzer nach oben zeigen. Ansonsten würde sich die Feuchtigkeit in den Nuttaschen sammeln.
Der beste Holzschutz bringt jedoch nichts, wenn Befestigungsmittel verwendet werden, die Feuchtigkeit nicht lieben. Klammern, Nägeln und Schrauben sollten daher feuerverzinkt sein. So werden Rostflecke vermieden.

Dem Bodenanschluss im Spritzwasserbereich kommt eine ganz wichtige Bedeutung zu. Die senkrecht verlaufenden Latten reichen bis zur Oberkante der Sockelleiste. Die Latten müssen am unteren Ende abgeschrägt werden, damit das Wasser ablaufen kann. Die quer verlaufende Konterlattung wird etwa 5 cm darüber montiert, um für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Auch die unteren Kanten der Profilbretter müssen abgeschrägt werden, damit das Spritzwasser ungehindert abtropft (siehe Abbildung 5).
Badewanne bzw. Duschwanne und Holz?
Selbst die Bade- bzw. Duschwanne kann mit Holz verkleidet werden und auch oberhalb der Wanne braucht auf Holz nicht verzichtet werden. Wichtig ist hier ebenfalls der richtige Anschluss.
Zum Verkleiden der Wanne wird zunächst eine Latte unterhalb des Wannenrandes direkt auf der Wanne befestigt. Dabei muss wieder eine Seite abgeschrägt werden, damit das Wasser abtropfen kann. In der Flucht wird am Fußboden eine weitere Latte befestigt. Zur Befestigung wird jeweils ein Montagekleber verwendet.

An die beiden Latten wird eine 19 mm dicke Sperrplatte (BFU 100) geschraubt. Den Sockel bildet eine Reihe Fliesen. Dabei müssen die Verlegehinweise für keramische Beläge auf Holzwerkstoffen beachtet werden.

Anschließend können die Querlatten angeschraubt werden. Diese müssen zuvor in regelmäßigen Abständen ausgeklinkt werden, damit eine ausreichende Hinterlüftung gewährleistet wird. Zum Schluss werden noch die Paneele bzw. Profilhölzer montiert. Die Befestigung sollte wie bei der Wand auch wieder senkrecht erfolgen, damit sich kein Wasser ansammeln kann.
Gehen wir nun zum Anschluss der Wandbekleidung an die Wanne über. Zunächst wird ein Glattkantbrett (ca. 5 cm Breite) im gleichen Holz wie die Wandbekleidung 1 cm über der Wannenkante an die Wand gedübelt. Das Holz sollte die gleiche Dicke wie die Unterkonstruktionslatten besitzen und eine abgeschrägte Unterkante besitzen.

Zum Abdichten der Anschlussfuge wird diese mit einer Schaumstoffschnur von 1 cm gefüllt und mit Silikon versiegelt. Die weiteren Latten der Unterkonstruktion und die Bekleidung werden wie beim Bodenanschluss angebracht. Dabei sollte der Abstand zwischen Oberkante Wanne und Unterkante Profilholz maximal 4 cm betragen.
Waschbecken an der Holzwand befestigen
Da ein Waschtisch eine große Belastung darstellt, muss die Wand an der Stelle verstärkt und aufgefüttert werden, wo er befestigt werden soll. Dazu sollte eine Sperrholzplatte in Lattendicke an der Unterkonstruktion befestigt werden.
Zuvor müssen in der Platte aber noch zwei Bohrungen für die Schlossschrauben, mit denen das Waschbecken befestigt wird, vorgenommen werden. Nach der Montage des Profilholzes kann das Becken unter Verwendung von 2 cm dicken Distanzschrauben angeschraubt werden.

Welche Holzarten sind im Badezimmer empfehlenswert?



Nicht jede Holzart ist im Badezimmer gleichermaßen geeignet. Es sollte auf jeden Fall ein so genanntes "ruhige Holz" gewählt werden. Das ist eine Holzart, die nicht so starke auch Feuchteschwankungen reagiert, wie sie im Badezimmer nun mal üblich sind. Weiterhin darf das Holz nicht empfindlich gegen Feuchte, Pflegemittel oder Säuren sein. Eiche ist zum Beispiel zwar ruhig, neigt aber durch den hohen Gerbsäureanteil zu Fleckbildungen bei Verunreinigungen durch Reinigungsmittel oder Säuren. Die roten Tropenhölzer wie Merbau, Jatoba oder Kempas neigen dazu, bei lang anhaltenden Einwirkungen (nasse Handtücher auf Boden) den roten Farbstoff abzugeben und Flecken zu verursachen.

Empfehlenswerte Holzarten sind:



Birke finnisch, Birke kanadisch, Buche, Erle, Ahorn kanadisch, Kirsche, Walnuss, Rüster, Esche, Teak, Wenge, Pitch Pine natur, Douglasie, Fichte, Lärche, Kiefer. Alles, was an Hölzern zur Renovierung des Badezimmers benötigt, gibt es bei den Fachhändlern der EUROBAUSTOFF-Gruppe.

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