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Das Bad in der Literatur
Das Bad als Ort der Ruhe oder mit dem Buch in die trockene Wanne
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Juli Zeh erzählt in ihrem Roman "Spieltrieb" die Geschichte einer Abhängigkeit zwischen einer Schülerin (Ada) und einem Schüler (Alev), aus der sich zunächst die Bereitschaft, dann der Zwang zu Taten ergibt, die alle Grenzen der Moral überschreiten. Ziel ihrer ausgeklügelten Erpressungen ist der Lehrer Smutek. Es beginnt ein perfides Spiel im Bonner Ernst-Bloch-Gymnasium. Immer wieder richtet die Autorin den Blick auch auf Adas Zuhause. Und da spielt das Badezimmer für die 14-jährige eine entscheidende Rolle. Hier verschanzt sie sich vor dem Rest der Welt, vor allem aber vor ihrer nervenden Mutter, die sich oft über Adas Stiefvater - auch Brigadegeneral genannt - auslässt.
"Die Mutter wandte ihre ganze Kraft auf, um den General in der eigenen Tochter zu bekämpfen und es war nicht einfach, dem zu entgehen. Adas Zimmertür stellte keine natürliche Grenze dar. Alle Türen in der Wohnung waren ohne Schlüssel, und so genügte ein Anklopfen, um nach den Regeln der Höflichkeit freien Eintritt zu erlangen ... Eines glücklichen Tages hatte sie [Ada] herausgefunden, dass die Badezimmertür eine Schranke darstellte, die von den Gesetzen der Privatsphäre zu einem Bollwerk verstärkt wurde. Ada begann, ihre Klogänge systematisch auszudehnen, bis sie endlich voll ausgerüstet für mehrstündige Aufenthalte hinter geschlossener Tür verschwand, die Heizung aufdrehte, sich in die trockene Badewanne legte oder auf den Toilettendeckel setzte und las. Gelegentlich kam die Mutter in die Maisonetteetage hinauf, klopfte an und fragte, wie lange es noch dauern werde. Eine Weile noch, antwortete Ada von drinnen, sie solle besser unten das Gästeklo benutzen. Weil die Mutter weibliche Schönheit nicht für ein Geschenk, sondern für eine Verpflichtung hielt, begrüßte sie es grundsätzlich, dass ein junges Mädchen den halben Tag vor dem Spiegel verbrachte und dass insbesondere die spröde Ada der Körperpflege plötzlich so viel Aufmerksamkeit schenkte... Seitdem wurde Ada vor allem am Esstisch von verbalen Kreuzzügen heimgesucht, und ihr Lesepensum erhöhte sich auf drei bis vier Bücher pro Woche." | |
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Betty hat sich mit ihrem Lebensgefährten Max wieder versöhnt, nachdem er ihr hoch und heilig versichert hat, nie mehr im Bad seine Zehennägel zu schneiden und die hornigen Reste auf dem Badteppich zu verteilen. Betty hat sogar akzeptiert, dass er ein Buch mit ins Badezimmer nimmt – ein duftendes Buch der besonderen Art. Wozu braucht Max ein Buch mit duftenden Seiten? … Doch lesen Sie selbst …
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