Ildikó von Hürthy gehört zu den Bestsellerautorinnen, die sich mit feiner Ironie und lockerem Schreibstil dem stets aktuellen Thema der Geschlechterbeziehungen zu Beginn des neuen Jahrtausends widmen. In ihrem Roman "Herzsprung", erschienen bei Rowohlt, gibt es eine interessante "Badezimmer-Passage", auf die uns unsere Mitarbeiterin Susanne Iksal aufmerksam gemacht hat:
"Kati fand vor drei Jahren heraus, dass ihr Freund, ein freiberuflicher Programmierer, seit einem halben Jahr eine Affäre hatte - und zwar mit seinem Bankberater! Daraufhin ließ sie sich ein Schaumbad ein mit der Geschmacksrichtung Fichtennadelöl - beruhigend und entspannend -, legte sich zwanzig Minuten ins heiße Wasser, rasierte sich die Beine, cremte sich sorgfältig ein, schwebte, nur mit einem Turban auf dem Kopf bekleidet, in sein Arbeitszimmer, nahm seinen Labtop und die Disketten mit den Sicherheitskopien, ging zurück ins Bad und versenkte alles im duftenden Fichtennadelöl-Badewasser..." | |