An mittelalterliche Badesitten erinnert der von der holländischen Firma Størvatt hergestellte Badezuber, der nach den Worten des Herstellers am besten unter funkelndem Sternenhimmel aufgebaut werden soll, um in der freien Natur (sprich: im eigenen Garten) so richtig zu relaxen. Und zwar allein oder mit der ganzen Familie oder im Freundeskreis, wobei bis zu sieben Personen in dem Zuber hocken können (wenn man ein wenig zusammenrückt).
Bei Størvatt handelt es sich zwar um eine holländische Firma, jedoch um einen skandinavischen Namen. Und das nicht ohne Grund. Die Skandinavier haben es bekanntlich mit dem Saunabad und sie haben es mit dem Holz. Und vor allem haben sie viel, viel Land. Kein Finne, der nicht ein Holzhaus an einem einsamen See hat. Da läßt sich so ein Zuber ohne weiteres aufbauen, ohne dass den Nachbarn vor Staunen die Augen ausfallen, denn der nächste Nachbar liegt drei Kilometer weiter in seiner Sauna oder in seinem Badezuber.
Was an der ganzen Sache aber fasziniert, ist einmal die Herstellung wie früher beim Böttcher und dann die wahrhaft archaische Heizmethode. Die Dauben (gewölbte Seitenbretter) und der Boden wird aus Western Red Cedar hergestellt. Die kommt nun nicht - jedenfalls ursprünglich nicht - aus Skandinavieren, sondern vor allem aus Kanada. Im Innern des Stammes wird das hochwertigste Holz gewonnen, im Ofen getrocknet und dann ähnlich verarbeitet, wie ein Eichenfaß. Allerdings gibt die Eiche dem Cognac die Farbe, während das rote Zedernholz ein einzigartiges, natürliches Aroma verbreitet. Und weil die Dauben und Bodenbretter fast vier Zentimeter dick sind, halten sie einerseits die Wärme des Badewassers, andererseits ist der Zuber dadurch sehr stabil und im übrigen völlig wasserdicht.
Das Badewasser muß natürlich beheizt werden. Im Mittelalter schütteten die Badeknechte, die "Bader", immer wieder heißes Wasser nach. Bei diesem Zuber erfolgt die Erwärmung mittels eines Ofens, der - wie könnte es anders sein - mit Holz beheizt wird. Dass die ganze Sache dann so aussieht wie eine Lokomotive mit langem Schornstein, tut dem Badespaß keinen Abbruch. Fehlt eigentlich nur noch ein Backeinsatz im Ofen, damit man während der Wellnessaufenthalts im Red-Cedar-Zuber gleichzeitig noch ökologisches Brot backen kann.
Der Badezuber wird als Selbstbausatz geliefert. Vier Stunden werden nach Herstellerangaben benötigt, um die "Bütt" aufzubauen. Wer dabei hilft, darf auch mal in den Zuber...
| |