Der italienische Maler Sebastiano Ricci (1659 - 1734) hat gern und viel üppiges weibliches Fleisch gemalt. Die Üppigkeit entsprach dem Zeitgeist und auch Nacktes sah man gern - allerdings mußte es in antike oder biblische Szenen verpackt sein, sonst hätte man sich ja offiziell entrüsten müssen. Ricci zählt zu den dekorativen Malern der Venezianischen Malschule, er hielt sich aber nicht nur in Venedig auf,
sondern trieb sich in halb Europa herum, war eine zeitlang auch im Schloß Schönbrunn in Wien tätig. Ricci ging viele Liebeshändel ein und mußte oft genug Hals über Kopf fliehen. Immerhin hat uns Ricci, dessen Malstil dem beginnenden Rokoko zuzuordnen ist, zahlreiche Kirchenmalereien, Fresken und farbenfroh-pralle Ölgemälde hinterlassen, die in berühmten Museen hängen. Das linke kann man im Museum der schönen Künste in Budapest, das rechte in der Staatlichen Kunstsammlung Berlin bewundern. In beiden Bildern geht es um Bathseba, die von David beobachtet wurde, als sie ins Bad bzw. aus dem Bad stieg. David war von der Nackten so entzückt, daß er ihren Mann Urias auf's Schlachtfeld und damit in den Tod schickte, um die Dame heiraten zu können. | |