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Das Bad in der Literatur
Wie die Siedler 1920 in Jerusalem badeten |
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Gerda Luft gehörte zu den ersten, die nach Palästina gingen. Unter größten Mühen und Entbehrungen machten die frühen Siedlerinnen und Siedler das trockene Land fruchtbar, wobei das Miteinander der Araber und Palästinenser (so nannte man um 1920 nicht die dort ansässigen Araber, sondern die jüdischen Siedler) in den Anfangsjahren kein Problem darstellte. Gerda Luft, die ab 1930 zu den führenden Journalistinnen Israels zählte, schreibt in ihrem Buch "Chronik eines Lebens für Israel", das im Thiemanns-Verlag Stuttgart erschienen ist, über ihre Wohnungs- und "Wasser"-Situation anno 1920 in Jerusalem:
"...Wassersparen war also nicht nur die erste Bürgerpflicht, sondern auch Selbsterhaltung. Solange man sich das Wasser aus der Zisterne heraufholen konnte, richtete man sich nach eigenem Ermessen ein. Wo man auf den Wasserträger angewiesen war - und das war natürlich gerade in den heißesten Monaten -, musste man einfach aushalten, sonst hatte man am Tage, wo dieser Moment erwartet wurde, nicht einmal mehr Trinkwasser. Ich entwickelte daher eine Routine, an die ich mich eisern hielt. Trinkwasser kam in den tönernen Krug, der mit einem Gazetuch bedeckt war, damit kein Staub und keine Fliegen das wertvolle Wasser beschmutzten. Der Krug wurde in den Wind und in den Schatten gestellt, damit das Wasser in seinem porösen Behälter gehörig auskühlte. Man wusch sich, indem man sich in eine runde Blechschüssel stellte, sich einseifte und dann von oben bis unten abspülte. Mit dem Seifenwasser in der Schüssel wurde der Fußboden aufgewischt; was übrig blieb, wurde in die Toilette geschüttet. Dabei musste man auch den Verbrauch der vielen Gäste in Betracht ziehen, und das machte besonderes Kopfzerbrechen, denn sie kamen aus Europa und konnten nur schwer verstehen, dass Wasser eine Kostbarkeit war. ..." | |
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