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Das Bad in der Literatur
Luxusbad und Zuchthausathmosphäre |
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Claire Goll, selbst Schriftstellerin, hat in Ihrem Lebensbericht "Ich verzeihe keinem" (Scherz-Verlag) ein ebenso subtiles wie freizügiges Dokument über ihre schwierige, aber große Liebe zu dem Dichter Yvan Goll aufgezeichnet und mit feiner bis böser Ironie die großen Künstler der Jahre 1920 bis 1950 geschildert, mit denen sie bekannt war: Von Rilke, dessen Geliebte sie war, bis Chagall oder Picasso. Mit ihrem Mann teilte sie das Schicksal der Emigration. Wie viele andere Künstler konnte sie eine Zeit lang in den USA in der Yaddo Colony als Stipendiatin wohnen, einem schloßähnlichen Gebäude, das ein Eisenbahnmagnat gestiftet hatte. Wir danken für den folgenden Textauszug unserer Userin Kathrin Hellmich:
Yvan wohnte in einem Flügel des Schlosses, ich im anderen. Mein Badezimmer hatte silberne Wasserhähne und eine Seifenschale aus geschliffenem Onyx...Im Gegensatz zu diesem Luxus beherrschten allerdings geradezu absolutistisch strenge Vorschriften unser Tun und Lassen...Die Haushofmeisterin wachte über die Künstler und Schriftsteller wie über Thronfolger, die ja auch wie Zuchthäusler gehalten werden. Jeden Morgen fanden wir in unserem Postfach einen blauen Brief, in dem die Verfehlungen des Vortags aufgezählt waren:...:"Als das Zimmermädchen um 8 Uhr fünfzehn zum Bettenmachen kam, hatten Sie noch nicht einmal Ihre Schuhe zugeschnürt." Es regnete Verweise dieser Art... | |
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