Dass es wegen der Flüssigseifen-Kleckse auf dem Boden unseres gemeinsamen Bades schon eine heftige Auseinandersetzung gab, hatte ich Ihnen ja im Januar dieses Jahres berichtet. Nun ist die Sache derart eskaliert, dass mein derzeitiger Noch-Lebensabschnittsgefährte Max Flüssigseife boykottiert und stattdessen ins Mittelalter zurückgefallen ist.
Er wäscht sich die Hände nur noch mit einem Stück Seife. Und was für einer Seife! Die ist violett und durchsetzt von groben Hölzchen. Laut Max ist dies eine edle Seife aus der Provence und die Hölzchen, das sind getrocknete und klein gehackte Triebe des Lavendels. Triebe! Das ist nicht lache. Max ist also zu einem Seifen-Triebtäter geworden.
Versuchsweise habe ich mir mal die Hände mit der Seife gewaschen – und mir an den getrockneten Trieben die Hände aufgescheuert. Wie man sich damit waschen kann, ist mir unbegreiflich.
Max sieht das anders. Jetzt habe er wieder das Gefühl wie bei „Mutti zuhause“, wo sich die ganze Familie mit Seife gewaschen habe. „Und siehst Du“, sagt er zu mir voller Hohn, „trotz Verzicht auf Flüssigseife ist aus uns allen was geworden!“
Soll er sich weiter die Pfoten mit Seife waschen – ist mir doch egal. Aber dass er die Seife auf einem kackbraunen Gumminoppen-Dingsbums lagert, das ist zuviel des Guten. Er hat es in einem 1-Euro-Laden gekauft und findet es wunderbar praktisch: „Wenn sich Seife zwischen den Noppen festsetzt, wird sie einfach weggespült!“
Dass unser schönes Badezimmer durch das Noppen-Dingsbums optisch versaut wird, will Max nicht einsehen. Ich habe ihm nahegelegt, wieder zu „Mutti“ zu ziehen. Und ich werde ihm, wenn er auszieht, einen Karton Seife schenken, das versichert Ihnen Ihre
Betty Lukasch