Wenn die Männer schon Stachelbeerbeine haben und nichts dabei finden, mit einem Pelz auf Brust und Schulter am Stand entlang zu marschieren, so ist das ihre Sache. Ich bin ja nicht gezwungen, mit einem Bären mein Doppelbett zu teilen. Wir Frauen sind gottlob in besserer Ausgangslage. Bei uns wachsen nur Härchen an den Beinen und auf den Armen und Haare eigentlich nur auf dem Kopf, in den Achseln und - naja – da unten eben.
Doch auch Härchen können stören. Mich selbst oder meinen Lover Max. Und so habe ich, weil mein Lady Shaver den Geist aufgegeben hatte, meine Beine mit Maxens Rasierapparat mit Dreifachklinge behandelt. Und ich habe auch mit Maxens Rasierpinsel schön Schaum geschlagen und meine Beine vorher eingeseift.
Das wahre Vergnügen sage ich – rapp-zapp waren die Beinchen glatt wie die Glatze von Onkel Theo.
Am anderen Morgen erschallt Riesengebrüll aus dem Bad. „Hast Du meinen Rasierpinsel missbraucht?“, schreit Max. Ich gebe mich unschuldig, kann aber nicht leugnen, dass ich den Pinsel statt mit den Borsten nach unten mit den Borsten nach oben in die Halterung gehängt habe.
Und das ist laut Max die Vergewaltigung eines Rasierpinsel aus dem Schwanzhaar eines pyrenäischen Hochgebirgsdachses. 370 € habe der Pinsel gekostet! 370 € - ich kann es nicht fassen. Es sei eben der absolute Luxuspinsel unter allen Luxuspinseln, müsse nach Gebrauch mit heißem Klarwasser gründlich ausgewaschen werden („Was Du natürlich auch nicht getan hast!“) und dürfe auf gar keinen Fall mit den Borsten nach oben aufgehängt werden, weil sich sonst Nässe im Pinseluntergrund festsetze und das Luxusstück in kürzester Zeit zerstöre.
„Und überhaupt, wer hat Dir gestattet, mit meinem Pinsel Deine blöden Beine zu rasieren?“, hat der Max immer noch gebrüllt.
Max hat im Badezimmerschrank eine kleine Dose mit Fertigschaum, falls ihm mal die Rasiercreme ausgeht. Ich habe schnell zugegriffen, ordentlich geschüttelt und dann dem Max ins Gesicht gesprüht.
Da hatte er aber ordentlich Schaum vorm Maul. Aber nicht vor Wut. Sondern von seiner
Betty Lukasch