Seit einigen Monaten leisten wir uns eine Haushaltshilfe. Die wird von meinem derzeitigen Lebensabschnittsgefährten Max zu 75 Prozent bezahlt, denn der macht die meiste Unordnung und braucht jeden Tag ein frisches Oberhemd, von der Unterwäsche ganz zu schweigen. Ja, bin ich denn dessen Waschfrau?
Wowa heißt das gute Stück und kommt aus Zentralafrika. Sie lächelt (natürlich) immer, zeigt (natürlich) ihre blendend weißen Zähne, rollt (natürlich) mit den Augen und summt, wenn sie putzt oder die Spülmaschine befüllt, irgendwelche afrikanischen Weisen. Wowa ist intelligent. Sie kann Gebrauchsanweisungen lesen und stopft auch keine Seidenkrawatten in die Waschmaschine. Nun hat sich aber ein Problem ergeben.
Jedenfalls ist Max zu unüblicher Zeit nach Hause gekommen. Er hatte seinen Laptop vergessen. Ohne Laptop ist Max so gut wie impotent. Er öffnet also die Wohnungstür und hört aus dem Bad
das Motorengeräusch des Whirlpools. Er stürzt ins Bad und
sieht erst einmal gar nichts, weil im ganzen Bad Schaumwolken herumwabern.
Und als er dann was sieht, da sieht er (nach eigenen Worten)
zwei riesige schwarze Brüste auf dem Wasser in der Wanne schwimmen. „Brüste“ hat er nicht zu mir gesagt, sondern
T…
Jedenfalls hat er aufgebrüllt, und die Besitzerin der Brüste ist vor Schreck aufgestanden. Ich kann mir vorstellen, dass Max genau hingeschaut hat, denn er hat mir die Frauensperson als „afrikanische Venus“ geschildert, mit einem „prächtigen Hintern“. Von „Hintern“ hat er eigentlich nicht gesprochen, sondern von A…
Jedenfalls saß bzw. stand in der Wanne unsere zentralafrikanische Perle, die zu ihrer Entschuldigung angab, bei ihr daheim laufe derzeit kein warmes Wasser aus der Leitung. Und da hat sich mein Max sehr Völker verbindend gezeigt und der Wowa erklärt: „Na ja, aber das nächste Mal sagen Sie vorher Bescheid!“
Das nächste Mal? Ich habe Max gefragt, ob er beim nächsten Mal nicht gleich mit in den Whirlpool steigen wolle. Rein aus Gründen der Völkerverständigung.
Da hat er mich mit seinen geisteswissenschaftlich verklärten Augen angeschaut und allen Ernstes erklärt: „Du solltest dich freuen, wenn unsere Haushaltshilfe etwas für ihre Sauberkeit tut.“
Nun schön, wenn er nächste Woche von seiner Werbetagung heimkommt, werde ich mit Ebu in der Wanne sitzen. Der kommt aus Kenia, ist Kellner im „Desto Besto“ und hat keinen prächtigen A…, aber einen Waschbrettbauch.
Ich habe Ebu gestern Abend bei einem Southern Comfort gefragt, ob er schon einmal in einem Whirlpool gesessen hat. Hat er bisher nicht… Die Betonung liegt auf „bisher“, das sagt Ihnen
Ihre Betty Lukasch