Ich kann ja viel ertragen. Aber wenn mein Partner dauernd Flüssigseife auf den Boden des Badezimmers spritzt, dann hört bei mir die Toleranz auf. Mein Max ist nämlich nicht in der Lage, die flüssige Seife aus dem Seifenspender so zu entnehmen, dass sie auf seine Hand und nicht auf den Boden tropft.
Ich habe in meinem Bad edles Badzubehör anbringen lassen. Aus Edelstahl und matt gebürstet. Der Seifenspender aus Glas hängt in einem Edelstahlring, und der Ring hängt an der Wand. Ich tippe kurz und leicht auf den Spender – und schon gelangt ein Tropfen auf meine Hand. Ein Tropfen, das genügt.
Und Max? Der haut mit der Faust auf den Spender und heraus spritzt die Seife. Und zwar auf meinen Fußboden! Die Wohnung gehört mir und das Bad natürlich ebenso. Und jede einzelne Fliese gehört mir auch! Glauben Sie, dass Max darauf Rücksicht nimmt? Nö, der doch nicht.
Wenn ich ihn zur Rede stelle, erklärt er mir in schönster Macho-Manier, dass Seifentropfen auf dem Boden doch ideal sind, wenn Wowa, unsere afrikanische Haushilfe, den Fußboden feucht aufwischt. „Dann braucht sie keine Seife in das Wischwasser zu kippen!“
Hat man so etwas schon mal gehört? Meine Freundin Jana kennt das Problem und erklärt kategorisch: „Alle Kerls sind Schweine!“
Um Max die Schweinerei abzugewöhnen, habe ich ihm gestern etwas Flüssigseife in sein Portemonnaie geträufelt – da, wo er die Münzen verwahrt. Am Nachmittag rief er mich aus dem Büro an. Er war auf hundertachtzig und brüllte: „So eine Sauerei! Die Münzen für den Parkautomaten alle verklebt! Das machst du nicht noch mal, sonst gehe ich wieder zu meiner Ex!“
Ich habe seine Ex angerufen. Erst war das Gespräch etwas frostig, dann ist die Ex aufgetaut und hat mir anvertraut: „Das hat er bei mir auch gemacht! Das war einer der Gründe, weshalb bei uns nichts mehr lief!“
Na, da soll der Max mal ruhig zurückkehren zu seiner Verflossenen. Die wird ihm Flüssigseife ins Gesicht spritzen, wenn er vor der Tür steht – da bin ich mir ziemlich sicher.
Ihre Betty Lukasch