Max hatte ein schlechtes Gewissen. Wenn Sie meinen Beitrag aus dem Oktober lesen, dann wissen Sie auch warum. Zur Versöhnung hat er mir ein Wochenende in einem Luxushotel auf Rügen spendiert.
Alles vom Feinsten! Max im Kaschmir-Pullover und Samtweste an der Bar – ein Hingucker für alleinreisende Damen. Ich hab’ mich natürlich auch aufgebrezzelt – tiefes Dekolleté und so. Ein wappeliger Oldie aus Bremen hat die Augen so verdreht, dass er wohl zum Augenarzt muss. Soweit war also alles klar in dem Hotel, bis wir den Wellnessbereich aufgesucht hatten.
Ein „Rosenblütenbad“ für 37 € wurde angeboten. Und wenn man sich dieses Bad im Zimmer bereiten lässt, dann kostet es 50 €. Da hat mir der Max zugeflüstert, dass er mir solch ein Bad selbst zubereiten will. Na schön, hab’ ich gedacht.
Nach dem feierlichen abendlichen Dinner zieht er mich aufs Zimmer, zieht aus seiner Tasche einen Plastikbeutel mit Rosenblättern, lässt Wasser in die Wanne und zieht erneut. Mich nämlich aus! Na schön, hab’ ich gedacht.
Ich habe also in der Wanne gelegen und schwamm sozusagen unter einem Blütenteppich aus Rosenblättern. Was dann passiert ist, muss ich Ihnen nicht erzählen. Ich schreibe ja für traumbad.de und nicht für ein Erotik-Portal.
Was aber am anderen Tag passiert ist, das darf jeder wissen. Der Hoteldirektor hat uns in sein Office gebeten und uns eröffnet, dass das Rupfen von Rosenblättern in der Hotelanlage unerwünscht sei. Max sei von anderen Gästen beobachtet worden und wenn das schlechte Beispiel Schule mache, dann sei der Garten bald kahl.
Ich hätte vor Scham in den Boden versinken können. Max war die Sache auch etwas peinlich.
Auf der Rückfahrt haben wir nicht viel gesprochen.
Aber ich habe ihm zwei dornige Rosenstiele ins Bett gelegt. Da hätten Sie mal einen quieken und fluchen hören können! Schade, dass Sie es nicht hören und sehen konnten, bedauert
Ihre Betty Lukasch