Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Frau ihre Wohnung und ihr Leben mit einem Mann teilt. Das kann ein Ehemann sein, das kann ein Lover sein. Derzeit stehe ich nicht auf Ehemänner, sondern auf einen Lover. Leider Gottes steht der aber auch – nämlich beim Ablassen seines Harns in das WC unserer gemeinsamen Wohnung.
„Mistkerl!“, werden mir meine Leserinnen beipflichten, denn trotz aller Konzentration auf zielgenaue Entwässerung spritzt immer was auf den Rand des WC-Beckens. Ist mein Max mal wieder in großer Eile und vergisst die WC-Brille hochzuklappen und die besprenkelte Brille zu reinigen, habe ich die Ehre, die Tröpfchen des hohen Herrn wegzuwischen.
Zur Rede gestellt, muss ich mir solche albernen Macho-Sprüche anhören wie „Wir Männer waren schon immer Jäger, Sammler und Stehpinkler“ oder „Ihr seid ja nur neidisch, weil ihr Frauen in der Hocke nur in eine Richtung könnt, wir Männer im Stehen aber nach links oder rechts oder nach oben und unten!“
Das sind dann die Momente, wo ich Max erwürgen oder in der eigenen Badewanne ersäufen könnte – wenn er nicht auch sehr nette Seiten an sich hätte, von dem Dingsda ganz zu schweigen.
Die vorstehenden Zeilen habe ich Mitte November 2009 verfasst. Und Anfang Dezember hatte sich das Problem auf einmal erledigt. Wie mir das gelungen ist? Ich habe einen gewissen Prof. Enrico Fernandez aus Brasilien erfunden, der in einem Langzeitversuch festgestellt hat, dass Männer, die im Stehen pieseln, vorzeitig impotent werden. Das habe ich im sogar schriftlich gegeben (eigenhändig von mir in ein Forum für „Männerprobleme“ gestellt).
Was glauben Sie, wie mein Max jetzt mit Ausdauer auf der Brille sitzt! Aber das ist schon wieder ein neues Problem. Darüber mehr in meinem Beitrag im Januar 2010.
Ihre Betty Lukasch